m2rex – weit weg und trotzdem im Büro – Teil 2

Wie schaffen wir es, Software für brandneue Geräte zu entwickeln, die noch gar nicht am Markt verfügbar sind? Und wie funktioniert das, wenn zusätzlich noch unsere Software-Entwickler verteilt und nicht in einem Büro sind?

Die Herausforderung

Wie schaffen wir es, Software für brandneue Geräte zu entwickeln, die noch gar nicht am Markt verfügbar sind? Und wie funktioniert das, wenn unsere Software-Entwickler an verschiedenen Standorten und nicht gemeinsam in einem Büro arbeiten?

Für die Entwicklung unserer Produkte bekommen wir von unseren Kunden Modems zur Verfügung gestellt, die zu diesem Zeitpunkt normalerweise noch nicht veröffentlicht sind – das ist sozusagen die Sneakpreview unserer Branche. Auch wenn sie technisch bereits fertig entwickelt sind, sind oft andere Elemente wie z.B. das Design noch nicht final. Wir bekommen daher immer wieder „Erlkönig-Modems” zu uns ins Büro geschickt, die bei uns im Team für Staunen sorgen.

Das ist einerseits extrem spannend, da wir so mit coolen und komplett neuen Technologien arbeiten können, aber bringt andererseits auch Herausforderungen mit sich. Da diese neuen Geräte noch nicht massenweise zur Verfügung stehen, haben wir oft nur ein einziges im Büro, im besten Fall ein paar wenige. Das bedeutet, dass wir die Modems nicht einfach an Software-Entwickler verschicken können, die im Homeoffice oder extern arbeiten, da die Geräte von den Kollegen im Büro vermisst werden würden.

Zusätzlich ändert sich bei derart neuen Geräten auch oftmals noch die Firmware (also im Prinzip die Version des „Betriebssystems des Modems”). Durch diese Firmware-Updates, die teilweise nur von unseren Kunden durchgeführt werden können, würde es zu einem Hin- und Herschicken kommen – nicht nur zwischen Kunden und Büro, sondern auch noch zwischen Büro und Homeoffice. Dies hätte nur Nachteile, da es teuer, zeitintensiv und umweltbelastend wäre. Wir brauchen also eine technische und vor allem einfache Lösung, mit der wir den Zugriff auf ein Modem von außerhalb des Büros erlauben können – eine Art „Tunnel” (ein Tunnel in der IT ist ein „virtueller Direktzugriff”, der die Kommunikation zwischen den zwei Enden einer Leitung erlaubt). Das würde uns erlauben, rasch neue Implementierungen vorzunehmen und auch zu testen.

Dafür brauchen wir ein Endgerät, das mit dem Modem bei uns im Büro verbunden werden und dann die Tunnelverbindung herstellen kann. Wir könnten dafür einen PC nutzen, aber das wäre nicht nur unhandlich und teuer, sondern auch nicht für den nötigen Dauerbetrieb geeignet. Das heißt, wir müssen hier ein andere Art von Gerät finden.

In einem früheren Blog haben wir bereits über die m2bbb (m2 Broadband-Bridge) geschrieben, die es uns ermöglicht, DSL-Leitungen aus dem Ausland in unser Büro zu bringen. Um den Modem-/Router-Zugriff für unsere Software-Entwickler von zu Hause oder von extern zu ermöglichen, hat unsere IT eine ähnliche, aber doch andere Lösung gefunden – die Lösung heißt „m2rex“.

Die Lösung

m2rex ist nicht nur eine Hommage an den vierbeinigen TV-Ermittler, sondern vor allem eine Abkürzung für „range extender“. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich jedoch tatsächlich nur ein handelsüblicher WLAN-Repeater, den man einfach in eine Steckdose stecken kann. Dieses kleine Gerät ist die Basis für m2rex und die perfekte Lösung für unser Problem: Es hat einen LAN-Port, um das Modem anzuschließen, welches wir „extern” (also remote) unseren Software-Entwicklern zu Verfügung stellen wollen. Außerdem ist es viel kostengünstiger als ein PC, auf Dauerbetrieb ausgelegt, platzsparend, verbraucht minimale Strom-Ressourcen, und kann an jeder beliebigen Steckdose angesteckt werden.

Wie funktioniert aber diese Art von „Tunnel” genau? m2rex geht mittels spezieller Software-Konfiguration über unser Firmen-WLAN online und ist gleichzeitig per LAN mit dem benötigten Modem verbunden. Auf der anderen Seite des Tunnels, also z.B. beim Software-Entwickler im Homeoffice, ist das Setup umgekehrt. Der Entwickler muss sich nur mit dem WLAN seines m2rex verbinden und kann damit direkt von „extern” auf das angeschlossene Modem in unserem Büro zugreifen. Die Idee hier ist also der von m2bbb sehr ähnlich, aber unterscheidet sich im Anwendungsfall. Während m2bbb eine DSL-Leitung außerhalb des Büros (z.B. aus einem anderen Land) für uns zugänglich macht, erlaubt m2rex den Zugriff von außen auf ein Modem innerhalb des Büros.

Wenn Entwickler auf der anderen Seite des Tunnels ein anderes Modem brauchen, geben sie einfach den Kollegen im Büro Bescheid und diese nehmen dann den Tausch der Hardware auf dem m2rex vor. Das sind aber nur ein paar Handgriffe, um das alte Modem ab- und ein neues Modem anzustecken. Somit deckt m2rex den Großteil aller technischen Voraussetzungen ab, die ein Software-Entwickler benötigt, um z.B. im Homeoffice (oder von extern) Modem/Router-Hardware erkennen, verwalten und konfigurieren zu können.

Fazit

m2rex ist ein wichtiger Schritt, um die stark von Modems abhängige Arbeit unserer Software-Entwickler flexibler und einfacher zu gestalten – besonders, wenn es um komplett neue Geräte geht, von denen es nur eine geringe Anzahl gibt. Mit dem von mquadr.at erstellten Produkt „m2rex“ können Software-Entwickler unkompliziert direkt von ihrem Homeoffice aus mit jener Modem/Router-Hardware arbeiten, die sie gerade für die Software-Entwicklung brauchen und die in weiterer Folge mit dem „m2rex“ bei uns im Büro verbunden ist. Der Aufwand zum Wechseln der Modem-/Router-Hardware im Büro selbst ist gering, erfolgt sehr schnell und kann von allen Kollegen durchgeführt werden. So gestaltet sich die Zusammenarbeit auch über viele Kilometer hinweg einfacher und man bekommt das Gefühl, gar nicht so weit voneinander entfernt zu sein.